Second Life in World
Tuesday, 06.01.2009
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Kirchen auf der Suche nach neuen Anhängern in Second Life

Kirchengemeinden aller Glaubensrichtungen sowie architektonische Nachbildungen berühmter Kirchen und Kathedralen entwickeln sich rapide in Second Life. Jüdische Gemeinden wie auch Mega-Churches nach amerikanischem Vorbild sind bereits präsent.

Second Life bietet seinen Bewohnern ein neues Leben, in dem es an nichts mangeln soll und in dem fast alles möglich ist. Dabei werden Elemente und Systeme des realen Lebens in die virtuelle Welt übertragen. Vom Shoppingcenter bis zum Sportclub über Universitäten und Parties wird den Avataren allerhand geboten. In diesem schieren Überangebot, zum Teil geprägt von Kontrollverlust und Unterhaltungsgier, haben sich bereits kirchliche Communities als Oasen der Ruhe entwickelt. Sie möchten Residents, analog zur Realität Halt und Sinn geben. Dabei entwickelten schon Communities aller Konfessionen die Idee eines virtuellen Seelsorgeauftrittes; von der Katholischen Kirche, über die jüdische und islamische Gemeinschaft bis hin zur Mormonen Community. 

Die größte Gemeinde ist allerdings die Living Sounds Gemeinde, die bereits ca. 500 Mitglieder zählt. Sie bietet sonntägliche Gottesdienste, einen Gebetsraum, diverse Bible-Study Angebote und Appartments für Gemeindemitglieder an. Finanziert wird die Living Sounds Gemeinde wie im amerikanischen Original durch Spendengelder. Aber auch die jüdische Gemeinde ist stark vertreten und feierte im Dezember das Hanukkah-Fest in Second-Life. Die Hauptsynagogen befinden sich Inworld in Nessus 14/147 und Rumgally 175/125.

Es bestehen auch viele Kirchen in denen sich bisher keine seriöse Kirchengemeinschaft entwickelt hat und deren "Schöpfer" offenbar eher architektonische Motivationen hatten.  Zwar können in der gigantischen Mocha Kathedrale (Inworld –  Mocha 153/180) Gebetskerzen angezündet werden, doch werden weder Gottesdienst noch anderweitige Seelsorge geboten. Auch die Repliken der St. Paul’s Cathedral aus London sowie der französischen Mt. St. Michel dienen eher als Sehenswürdigkeit denn als Institution. Auch der King of Rock'n'Roll hat mit der First Church of Elvis seine Pilgerstätte bekommen, die allerdings anstatt eines Altars eine goldene Toilette aufweist und die von massenweise Elvis-Ikonographien umgeben ist. Hier predigt Space Prophet Jay zu seinen Elvis Jüngern.

Grundsätzlich stellt sich auch im kirchlichen Bereich die Frage nach zukünftigen Entwicklungen. Werden sich virtuelle Kirchen als parallele Existenz zu deren RL-Institutionen entwickeln; werden also reale Gemeinden neben virtuellen stehen? Oder überschneiden sich beide und bilden große Gemeinden mit unterschiedlichen Pforten bzw. Zugängen? Sind Internet und Glaube überhaupt integrierbar? Das Bespiel der Living Sounds Gemeinde, die sowohl virtuell als auch real existiert, zeigt wie eine deartige Integration aussehen kann. Aber auch andere Modelle, wie die First Church of Elvis, die real nicht existiert sowie diverse Neugründungen, die sich u.a. aus eklektischen Glaubensmosaiken zusammensetzen, erfreuen sich an relativ hohen Mitgliedszahlen.

 
 
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